- Niedersächsische Landesmeisterschaften, Verden, 2018 -
03.01. - 07.01.

 
Sebastian im Meisterturnier
Kurzbericht von der LEM
 
Mit Platz 5 hinter den eigenen Erwartungen zurückgeblieben

Nach dem Abenteuer in Bremen folgte die Landesmeisterschaft, hier nahm Sebastian mit 17 weiteren Spielern am Meisterturnier teil, ich beschränkte mich auf die Unterstützung. Nach zweiten und dritten Plätzen in der Vergangenheit ist das Ziel natürlich, einmal ganz oben zu landen. Sebastian ging aber nicht in bester Verfassung in das Turnier, auch das Abschneiden in Bremen half nicht, das Selbstvertrauen zu steigern.

Vorab gab es die Landesmeisterschaft im Schnellschach. Hier teilte Sebastian mit 5,5/7 den 4.-7. Platz, nur einen halben Zähler hinter dem Führungstrio. Immerhin bleibt ihm hier noch eine Chance auf die Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft. Performance war im 2200er Bereich, aber dennoch war es nicht zufriedenstellend, da er früh eine Null kassierte gegen 1800, wonach es schwierig war, ganz nach oben zu kommen.

Aber nun denn! Zur eigentlichen LEM einen Tag später: Sebastian startete mit Weiß, so dass die Strategie wie im Vorjahr durchaus wieder hätte lauten können „mit Weiß gewinnen, mit Schwarz Remis“, was zu 5,5 Punkten führen würde - das könnte für den Titel wohl reichen. Ok, der spätere Turniersieger Polster hatte 6 Punkte, aber es kam nicht zum Duell gegen Sebastian.

Mit den weißen Steinen

Mit Weiß legte Sebastian auch bei dieser LEM zunächst erneut drei blitzsaubere Gewinnpartien hin, was zusammengenommen mit den beiden letzten LEM acht Siege mit Weiß am Stück bedeutete. Zum Auftakt gegen Brunner nutzte Bast einen Zeitverlust von Schwarz und erhielt schnell starkes Spiel gegen den gegnerischen König. Im „ostfriesischen Duell“ mit Uwe Rau gewann Sebastian einen Bauern, wonach Schwarz am Königsflügel alles auf eine Karte setzte, aber Bast ließ nichts anbrennen. Der junge Pubantz schließlich, der stark ins Turnier gestartet war, lief direkt in eine Vorbereitung hinein. In der Schlussrunde, wo ein weiterer Weißsieg den 2. Platz bedeutet hätte, gab es noch ein umkämpftes Remis gegen Izrailev mit zwischenzeitlichen leichten Vorteilen für Schwarz.

Hier die Partie gegen Uwe Rau. Ein interessantes Duell gegen einen altbekannten Gegner aus ostfriesischen Zeiten.

Mit den schwarzen Steinen

Mit Schwarz gab es aber leider zwei Nullen in den Runden zwei und vier. Gegen Hoellmann verpasste Sebastian den ausgleichenden Zug in einer langen Theorievariante auf Basis der Partie Nakamura - Kramnik 2012, wo Schwarz den richtigen Weg zeigte. Auch gegen Schulze hatte Sebastian Probleme mit der Theorie, Weiß bekam besseres Spiel. Sebastian konnte aber nach und nach ausgleichen und hatte am Ende sogar die Möglichkeiten, die Partie taktisch zu gewinnen. In Zeitnot stellte er diese jedoch sogar noch weg:
 

Schulze - Müer, Schwarz am Zug

Im Diagramm gewann 32. ... Dd6 33. Dxb2 Dg6+ 34. Dc2 Sxe2 35. Dxg6 Sxc3+ 36. Kc2 hxg6 37. Txc3 Ta4 und Weiß ist austempiert. Erinnert ein wenig an Kaplan - Bronstein. Das ist sehr schwierig zu finden in Zeitnot. Nach anderen Zügen muss er aber nicht schlechter stehen. Leider wie gesagt hier die zweite Null.

Lediglich gegen Vöge, gegen den Sebastian anscheinend immer Gewinnstellungen bekommt, gab es einen vollen Punkt mit Schwarz. Unter Druck machte Weiß eine Konzession und die h-Linie zugänglich für die schwarze Dame, was der Königsstellung letztlich nicht guttat.

Am Ende kam Platz 5 heraus mit einer Turnierleistung noch im 2200er DWZ-Bereich, aber es war letztlich eine große Enttäuschung. Dabei hat Bast sich mit Weiß mal überhaupt nichts vorzuwerfen, 3,5/4 und sehr saubere Partien, das Remis gegen den in Verden gut aufspielenden Izrailev war auch alles andere als eine Schande. Tja, und mit Schwarz zweimal in Eröffnungsvarianten geraten, die er nicht vollständig auf dem Schirm hatte, teilweise war es auch improvisiert, wobei er einmal noch eine Gewinnchance ausgelassen hat. Das hätte noch für ganz oben reichen können, aber es war halt nur eine Null zu verschmerzen, nicht zwei.

So, Mund abputzen und direkt weiter in die nächsten schachlichen Bewährungsproben - hilft ja nichts!

Zuletzt noch der Link zur Turnierseite:

Offizielle Turnierseite

- frank modder, 17.01.2017 (RIP Bobby)
 

Typischer Arbeitsbereich in Verden (hier 2017)

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